Der heimliche Gewinner der E3: No Man’s Sky

Die E3 2014 in Los Angeles hat ihre Tore mittlerweile seit einigen Tagen schon wieder geschlossen. Großartige Neuankündigungen abseits von FarCry 4 und dem neuen Tomb Raider gab es eigentlich nicht zu sehen von den großen Entwicklern. Assassins Creed Unity und The Division ernteten eine Menge Aufmerksamkeit, zurecht! Doch das Spiel eines Indie Entwicklers schlug (wieder einmal) wie eine Bombe bei der Fachpresse ein – obwohl man immer noch nicht ganz genau weiß, worum es darin geht. No Man’s Sky beeindruckte die Spielergemeinde vor einigen Monaten mit einem relativ kurzem Video. Auch diesmal gab es erneut ein Video zu sehen und ein paar Infos von einem der Entwickler.

Schon damals gaben die Entwickler an, dass man hier wieder ein Stück zurück zum klassischen Sci-Fi gehen möchte und nicht mehr dem Pfad des düstereren und feindlichen Anstrichs folgen möchte. Statt auf Planeten rumzuwuseln, die aus einem Horror Film entsprungen sein konnten möchte man den Spielern hier schöne und aufregende Welten zeigen, so dass man Spaß an der Erkundung selbst hat. Ganz wie in den alten Sci-Fi Büchern des vergangenen Jahrhunderts – eine gewisse Entdeckerromantik.

Die prozedural generierten Welten folgen dabei physikalischen Gesetzen. Ein Planet, der zu Nahe an der Sonne ist kann kein Eisplanet sein und Wasser und Leben wird man dort auch nicht finden. Die Entfernung zur Sonne bzw. der Lichtquelle beeinflusst dabei dann auch die Lichtbrechung auf dem Planeten und somit auch die Stimmung. 

Online-Rollenspiel aber irgendwie auch wieder nicht

Laut des Entwicklers Sean Murray möchte man kein Online-Rollenspiel sein, aber dann auf der anderen Seite irgendwie doch. Die meisten anderen Online-Rollenspiele versuchen stets Schmelztigel zu erschaffen, die andere Spieler ansteuern. Oder aber sie schaffen Herausforderungen, die nur gemeinsam mit anderen Spielern gemeistert werden können. Aber nicht in No Man’s Sky.

Für seine Taten erhält der Spieler Belohnung wie beispielsweise eine Aufrüstung für das eigene Raumschiff. Aber es soll dabei keine starren Konstruktionen geben wie Questgeber oder Zwischensequenzen. Die Waffe und den eigenen Anzug soll man ebenfalls verbessern können, indem man Beispielsweise Ressourcen auf den Planeten findet. Ein klassisches Level System oder gar einen Skill Tree wird es nicht geben. Neue Raumschiffe sollen auch kaufbar sein. Sean Murray erwähnte dabei die Möglichkeit, dass andere Raumschiffe an einer Raumstation angedockt sind und man diese unter Umständen abkaufen könnte. Zu Anfang soll das eigene Schiff in der Lage sein nur im eigenen System zu reisen, nach Upgrades soll man aber auch interstellar reisen können.

Das Terrain in No Man’s Sky soll wohl zerstörbar sein – genaue Infos dazu gibt es noch nicht. Größere Veränderungen auf einem Planeten (Zerstörung?) werden persistent für alle anderen Spieler sein.

Apropos andere Spieler: No Man’s Sky wird ein Multiplayer Titel sein, in dem so unzählige andere Spieler ständig um einen herum wuseln. Da das Universum gigantisch werden soll, sind Begnungen mit anderen Spielen eher selten. Gemeinsam mit Freunden wird man No Man’s Sky wohl eher nicht spielen können.

Die Story rund um den eigenen Charakter und seine Herkunft ist bis jetzt noch geheim. Was die Story der anderen Rassen und Planeten angeht wird es wohl auf eine Art Schnitzeljagd heraus laufen. Überall soll man Infos und Story mitbekommen und erkennt die Rassen beispielsweise an den Hohheitszeichen auf den Raumschiffen. Klassische Bösewichte soll es auch eher nicht geben, zumindest wird das Spiel einem nicht sagen „Die sind böse! Und die sind gut!“. Die Story muss jeder für sich selbst entdecken und interpretieren.

No Man’s Sky verspricht ein audiovisuelles Meisterwerk zu werden, dass oftmals mit klassischen Gameplay Mechaniken bricht wie es scheint. Wirklich viele Infos gibt es immer noch nicht und wie sich das Spiel dann wirklich anfühlt bleibt abzuwarten. Die Theorie klingt gut, aber ob es in der Praxis dann auch so viel Spaß macht wird man sehen müssen. Ich persönlich träumte schon immer davon in einem Weltraumspiel einfach von einem Planeten ins All zu reisen und dann einfach auf dem nächsten Planeten zu landen – ohne Ladezeiten. No Man’s Sky könnte dies endlich wahr werden lassen.

Eine schlechte Nachricht gibt es dann aber leider doch. Sony sicherte sich den „debut exklusiv“ Status für No Man’s Sky. Das Spiel wird also zuerst auf der Konsole erscheinen und erst später für PC und Xbox (noch keine Bestätigung). Sony wird dem Entwickler Hello Games sicherlich eine ziemliche Summe dafür gezahlt haben, da No Man’s Sky eines der am sehnlichsten erwarteten Titeln ist.

Geschrieben von : Sebastian

29 Jahre alt mit großer Leidenschaft für Videospiele, gebürtiger Mittelhesse und Träumer. Fan von virtuellen Abenteuern seit frühster Kindheit und unverbesserlicher Optimist.Wer etwas will, findet Wege! Wer etwas nicht will findet Gründe!Fragen? Anregungen? Sonstiges? Kontakt: redaktion@karasugames.de

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