Online Gaming und die Internetverbindung

Klingt logisch. Um online zu zocken benötigt man eine geeignete Internetverbindung. Sonst kann man als Gamer schnell Nachteile im Vergleich zu anderen Gamern ertragen müssen. Dabei sollte das Hauptaugemerk nicht etwa auf der maximal erreichbaren Bandbreite liegen. Zwar ist dies auch wichtig, aber für Gamer sind Begriffe wie Übertragungstechnik und durchschnittliche Latenzzeit weit bedeutender.

Die Latenzzeit oder besser bekannt als Ping

Grob gesagt bedeutet die Latenzzeit die Zeit, welche vergeht bis auf eine Aktion einen Reaktion geschieht. Oder etwas technischer ausgedrückt: Es handelt sich um die Zeitspanne zwischen Anfrage des Client PC (der des Gamers) an einen Server bis die Antwort dieses Servers wieder am Client ankommt. Diese Zeitspanne liegt zwar im Bereich von Millisekunden. Aber gerade bei Games, die schnelle Reaktionen erfordern (z.B. Shooter), können Millisekunden über „Leben und Tod“ entscheiden. Ja nach Übertragungstechnik können hier ganz erhebliche Unterschiede vorkommen.

Die Pingzeit sollte beim Online Gaming nicht über 80 Millisekunden (ms) liegen. Ist dieser Wert höher macht sich das deutlich negativ beim Spielerlebnis bemerkbar. Nicht jede Übertragungstechnik erreicht diesen Wert auch. Was wiederum bedeutet, dass sich bestimmte Breitbandtechniken für Gamer überhaupt nicht eignen. So liegen die Pingzeiten bei Satelliten DSL oder UMTS bei 150-250 ms. Und zwar mindestens! Für Gamer ein No Go.

Grenzfall DSL

DSL stellt einen Grenzfall dar. Hier hängt die Latenzzeit von der Qualität der letzten Meile ab. Hier kann durchaus eine ausreichend geringe Pingzeit erreicht werden. Sofern angeboten, sollte man hier die Zusatzoption Fastpath zu seinem DSL Anschluss hinzubuchen. Fastpath verringert die Latenzzeit deutlich auf 60-80ms. Allerdings bietet nicht jeder DSL Provider noch Fastpath an. Die Telekom bietet bereits seit 2009 kein Fastpath mehr an. Wohl auch um Highspeed Verbindungen wie DSL 16000 (ADSL2+) zu pushen. Hier ist Fastpath nämlich technisch bedingt nicht mehr nötig. ADSL2+ erreicht auch so schon ausreichend geringe Pingzeiten.

Gamers Liebling

Ideal für Gamer dürften sich VDSL, LTE oder Kabel-Breitbandanschlüsse erweisen. Die Funkübertragungstechnik LTE hat natürlich den Vorteil, dass hiermit durchaus auch unterwegs gezogt werden kann. Alle drei Breitbandtechniken zeichnen sich durch besonders geringe Pingwerte aus. Diese liegen hier zwischen 20ms und 70ms. Hinzu kommen die hohen Bandbreiten von 50 MBit mit VDSL und bis zu 100Mbit mit Kabel oder LTE. Noch nicht sehr verbreitet, allerdings noch einen Tick schneller sind Verbindungen mittels Glasfaser. Aber, wie gesagt, Glasfaser ist bei weitem noch nicht überall verfügbar und wenn, dann oft noch recht teuer. Um die Kosten zu drücken helfen entsprechende Vergleiche. Gerade bei den eher neuen und teuren Verbindungsarten sind die Unterschiede noch deutlich spürbar.

Die Sache mit der Bandbreite

Ok, anfangs erwähnte ich, dass Bandbreite für Gamer nicht alles ist. Dennoch muss man auch hier sagen, dass eine möglichst hohe Bandbreite natürlich nicht schaden kann. Bedenkt man, dass viele Games nicht mehr als im Laden gekauft werden, sondern per Download bezogen werden, können hohe Bandbreiten die Wartezeit auf das neue Game doch noch deutlich verkürzen. Aber generell muss der Gamer von heute viel downloaden. Patches, Demos oder die neusten Grafikkarten Treiber. Downloads können sich hier schnell einmal im GigaByte Bereich bewegen. Wer hier nicht vor dem PC versauern will, benötigt also doch eine entsprechend hohe Geschwindigkeit der Breitbandverbindung.

Geschrieben von : Andreas Rabe

IT Spezialist, Hesse, Blogger und Autor auf Addis Techblog .

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