Wie realitätsnah sind Sportspiele?

Wie realitätsnah sind Sportspiele eigentlich? Wie nah dran sind wir im Jahr 2015 – am Traum jedes Spieleentwicklers? Fühlt man sich als Nutzer so, als wäre man Teil eines Spitzenteams, umgeben von jubelnden Fans in einem realistisch-wirkenden Stadion mit kribbelnder Action, in dem man ganz vergisst, dass man eigentlich auf der Couch zu Hause sitzt? Oder kann man den Gedanken nicht verdrängen, dass man „nur“ ein simuliertes Spiel auf einem Bildschirm spielt, während man die ganze Zeit von besseren Versionen in ferner Zukunft träumt? Wie viel muss man bei Grafiken und beim Spieleerlebnis im Jahr 2015 noch zurückstecken?

In Wahrheit ist das gar nicht so leicht zu beantworten. Es hängt vom Spieler und seinen Bedürfnissen und Gewohnheiten ab. Ein Spieler, der sich seit 15 Jahren regelmäßig ein Spiel nach dem anderen reinzieht, bei jedem Spiel auch anwesend ist, Live Wetten abschließt und eine starke Meinung zu jedem Spiel vertritt, wird hohe Ansprüche haben. Ein Neuling in der Spielewelt dagegen, wird vermutlich von den Grafiken selbst älterer Erscheinungen begeistert sein. Dazu kommt noch, was für ein Typ man ist. Ist man Perfektionist und Spieleenthusiast oder möchte man einfach nur Spaß haben und nimmt die Genauigkeit nicht so ernst?

Um also zu testen, wie realitätsgetreu Spiele sein können, haben wir einige unter die Lupe genommen und besprechen verschiedene Aspekte, die für ein authentisches Spieleerlebnis interessant sein könnten.

Dank verbesserter Motion-Capturing-Verfahren haben sich Grafiken seit den Anfängen enorm verbessert. So ist man seinen Lieblingsspielern und der Action auf dem Spielfeld näher. Beim Fußballspiel Konami Pro Evolution 2016 sind beispielsweise Zweikämpfe echter geworden. Es gibt nicht nur selbstablaufende Animationen, sondern man kann den Gegenspieler beim Zusammenprall sogar etwas beeinflussen – sei es beim Kampf um einen Kopfball, bei dem man den anderen etwas herunterdrücken kann oder beim Anrempeln, bei dem man manche Spieler in bestimmten Situationen zur Seite drängen kann. Sogar Körpertäuschungen sind möglich. Leider fehlen der Firma noch einige Lizenzen für bestimmte Spieler und Teams, daher sind diese nicht im Spiel inbegriffen.

karasugames-sport-games 2Bei der Konkurrenz – der Fifa 16 – ist die realitätsgetreue Abbildung der Gesichter der Spieler ein eindeutiger Pluspunkt. So sieht die Nachbildung von Cristiano Ronaldo dem beliebten Spieler wirklich ähnlich. Bei der neuesten Version ist an Feinheiten gearbeitet worden. So kann es z. B. regnen. Der Regen an sich sieht zwar künstlich aus (bei einer echten Übertragung würde er in den meisten Fällen nicht mal auf dem Bildschirm zu erkennen sein), allerdings sind die Auswirkungen des Wetters geschickt genutzt worden. So sieht man das Wasser nur so vom Rasen abspritzen und das nasse Gras wird für die Spieler rutschiger. Fifa 16 erhält auf vielen Ranglisten eine gute Wertung.

Beim Basketball sind zwei der Top-Spiele das NBA 2K16 und LIVE 16. Auch das NBA 2K16 wird oft gut bewertet. Es weist gesättigte Farben und gute Grafiken auf, hat sich aber seit der vorherigen Version in dieser Hinsicht nicht stark verbessert – vielleicht weil es nicht viel zu verbessern gibt. Die Echtheit der Animationen auf LIVE 16 ist auch wirklich gut. Visuelle Effekte wirken realistisch (wie z. B. die Gesichter der Spieler) und es wurde auf Details geachtet. Das Publikum erscheint außerdem energisch.

Wer Fan von amerikanischem Football ist, kennt wahrscheinlich das Madden NFL16. Bei der neuesten Version ist daran gefeilt worden, dass die Bewegungen natürlicher erscheinen. Selbstablaufende Animationen und vom Spieler kontrollierte Bewegungsabläufe sind geschickt vereint worden. Es gibt mehr Optionen – so kann man sich z. B. „dünnmachen“ (zur Seite drehen), um durch die Offensive zu kommen.

Fazit ist, dass Spiele immer besser werden. Grafiken sind heutzutage ziemlich realistisch und dadurch kann jetzt auch mehr auf Details geachtet werden. Obwohl Sportspiele noch nicht mit Live-Übertragungen mithalten können, ist das beim jetzigen Stand der Dinge vielleicht auch gar nicht mehr nötig. Bei der realitätsnahen Darstellung von Spielern und Schauplatz, der Natürlichkeit der Bewegungsabläufe und den Optionen, die dem Spieler geboten werden, geht es jetzt vielleicht eher um Finetuning – darum Spieler mit Details und Extras zu überraschen und zu erfreuen.

Geschrieben von : Andreas Rabe

IT Spezialist, Hesse, Blogger und Autor auf Addis Techblog .

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