Kreditwürdigkeit von Sony herabgestuft

Spätestens seit der Krise in der Eurozone ist die Ratingagentur  Moody’s vielen mehr oder weniger ein Begriff und wie auch Griechenland wird wohl nun auch Sony sorgenvoll auf die neusten Ergebnisse der Agentur blicken. Denn trotz 4 Millionen verkauften Einheiten der Playstation 4 senkte Moody’s die Kreditwürdigkeit von Sony auf Ramschniveau herab (von Baa3 auf Ba1).

Zwar bescheinigte die Agentur Sony einen stabile Zukunftsprognose, allerdings dürfte dies derzeit Investoren abschrecken. Das Ramschniveau Rating ist nämlich eine direkte Empfehlung die Finger von Investitionen in das japanische Unternehmen zu tätigen. Für Sony bedeutet dies natürlich auch, dass es nun schwerer wird günstige Kredite zu erhalten.

Laut Moody’s sieht die Agentur vor allem in Sonys TV und PC Sparten große Probleme, da hier eine große Konkurrenz auf dem Markt herrsche und sich Technologie rapide verändere und Produkte schneller veralten würden. Bereits im Oktober letzten Jahres senkte das japanische Unternehmen die Gewinnerwartungen, da viele Sparten am Schwächeln seien. Zwar habe Sony in der Vergangenheit viele Teile des Unternehmens stabilisiert und profitabler gemacht, aber dies reichte noch nicht aus.

 

 

Minecraft Let’s Player will bis ans Ende der virtuellen Welt wandern

Es gibt ja immer wieder äußerst skurrile Projekte im Bezug auf Mincraft. Mittlerweile hat man aus der Welt von Minecraft schon sehr viele sehr ambitionierte und größenwahnsinnige Projekte gesehen. Sei es der Nachbau von Stormwind aus WoW, die USS Enterprise aus der beliebten Star Trek Serie, oder der Nachbau ganzer real existierender Städte. Eines der wohl am beeindruckendsten Projekte war für mich persönlich der Nachbau eines Taschenrechners im Spiel – sehr komplex und unter Garantie ein sehr aufwändiger Spaß.

Der englischsprachige Let’s Player Kurt J. Mac betreibt ebenfalls ein sehr ehrgeiziges Projekt, welches allerdings nichts mit dem Bau von aufwendigen Konstruktionen zu tun hat, aber dafür umso zeitaufwendiger ist. Der Spieler setzte es sich nämlich im Jahr 2011 zum Ziel bis zum Ende von Minecraft zu wandern, den sogenannten Far Lands. Diese liegen allerdings 12.000 Km entfernt und deswegen ist der nette Mann auch schon seit Jahren unterwegs dahin.

Erlös wird gespendet

Das die Reise von Kurt wahrscheinlich noch eine ganze Weile dauern wird sollte jedem eigentlich klar sein. Meiner Meinung nach ein sehr witziges, wenn auch verrücktes Projekt! Die Erlöse aus den Einnahmen sollen laut seinem Twitter Account für gute Zwecke genutzt werden und auch die Summe kann sich sehen lassen: rund 250.000 US-Dollar.

Die Aktion ist somit genauso sympathisch wie der Spieler selbst. Wer will, kann sich seinen YouTube Channel hier anschauen.

Gamesload – Telekom will Dienst schließen

Ein wohl langer überfälliger Schritt wird nun innerhalb der nächsten Monate in die Tat umgesetzt: die digitale Vertriebsplattform Gamesload soll vom Eigentümer Telekom geschlossen beziehungsweise verkauft werden, wie das Handelsblatt berichtet. Neben Gamesload sollen auch noch weitere Download-Angebote wie Musicload oder Softwareload geschlossen werden von der deutschen Telekom. Lediglich an  Videoload will man festhalten, da diese im Gegensatz zu den anderen Portalen weiterhin Zuwachs im zweistelligen Bereich verzeichnet – dies liegt unter anderem daran, dass der Service in den Internet-TV Dienst Entertain eingliedert ist.

Laut dem Chief Product und Innovation Officer der Telekom (Thomas Kiessling) sollen Musicload und Gamesload geschäftlich sehr unter Druck sein und eine Fortführung mache keinen Sinn mehr. Derzeit sei man auf der Suche nach Partnern, die an der Weiterführung der Dienste interessiert sind. Sollten keine Käufer gefunden werden, werden die Angebote in mehreren Monaten abgeschaltet, um den Kunden genügend Zeit zu geben. Von der Schließung wären rund 50 Mitarbeiter betroffen.

Portal abgeschaltet samt den gekauften Spielen

Bedenkt man die Dominanz von Steam und Origin war das Ende von Gamesload sicherlich absehbar. Allerdings kam mir bei dieser Angelegenheit direkt wieder der Kommentar eines Foren-Users in den Sinn, der die Kopplung des Kopierschutzes an Dienste wie Steam kritisierte vor einigen Jahren. Er warf die Frage in den Raum, was denn mit den gekauften Spielen passiere, wenn so ein Dienst einmal pleite geht? Das gekaufte Eigentum verschwindet nämlich gleich mit in der Versenkung und man wird auch unter Garantie sein Geld nicht wiederbekommen. Man kann also nur hoffen, dass gerade Steam niemals abgeschaltet wird. Dies sind die Nachteile von digitalen Käufen – niemand kann garantieren wie lange der Dienst erhalten bleibt.

Castle Doctrine Entwickler sieht Sales / Rabattaktionen kritisch

Viele von euch kennen sicherlich folgende Situation: beim Durchsuchen der Angebote auf einer beliebigen digitalen Vertriebsplattform stolpert ihr über einen halbwegs interessanten Titel, der im besten Falle sogar im Mutliplayer spielbar ist. Da das Spiel nicht unbedingt total überzeugend erscheint ergeben sich oft oft Unterhaltungen mit Freunden, ob man sich denn das Spiel gemeinsam kaufen solle oder nicht. Und fast immer ist das Ergebnis, dass man den Kauf verschiebt bis das jeweilige Spiel in einem Sale günstiger angeboten wird. Selbiges passiert auch immer öfter bei anderen Spielen – man wartet einfach die nächste Rabattaktion ab und schlägt dann zu.

Genau darüber lässt sich derzeit Jason Rohrer in seinem Blog Eintrag aus. Rohrer ist Entwickler des Spiels Castle Doctrine und ist davon überzeugt, dass diese Sales negative Auswirkungen für Entwickler und Spieler selbst haben. Es erzeuge eine „culture of waiting“, also eine Kultur des Abwartens. Dies führe laut Rohrer zu schlechtem Verkaufsstarts und enttäusche Käufer.

Käufer warten auf Rabatte

Oftmals werden die Rabatte zu einem späteren Zeitpunkt nochmals erhöht. Dies führe dazu das Käufer nicht einmal mehr bei 20% Rabatt zuschlagen, sondern teilweise auf 40%, 60% oder sogar 75% warten würden. Für ihn als Entwickler sei dies kritisch, da die Entwicklungskosten abgedeckt werden müssten und so die finanziellen Polster sehr schnell dünn werden. Auch Fans der Spiele die Monate oder gar Jahre auf ein Spiel warteten würden enttäuscht werden, wenn sie das Spiel zum vollen Preis erwerben – denn der nächste Sale sei direkt um die Ecke und es sei laut Rohrer dumm den kompletten Preis zu zahlen mit diesem Wissen.

Was Preisgestaltung und Sales bei Castle Doctrine betrifft geht Rohrer seinen eigenen Weg. Die derzeitige Apha-Version soll für 8$ kaufbar sein. Zum Zeitpunkt des Release wird es für 12$ angeboten. Nach einer Woche soll der Preis auf 16$ Dollar erhöht werden und danach nie wieder verändert werden. Sehr konsequent.

Wie man sieht haben Sales also auch eine Kehrseite. Man darf auch nicht vergessen, dass Sales überhaupt erst Verkäufe richtig in Schwung bringen. Selbst ich kaufte schon Spiele, die ich einfach nur wegen dem Rabatt attraktiv fand – vorher hätte ich keinen Cent ausgegeben. Es ist also nicht alles nur negativ an Sales.

Lesetipp: Antwort auf SPIEGEL Artikel

Computerspiele und deren Konsumenten kämpfen noch immer mit großen Vorurteilen. Immer noch gelten Ballerspiele als kritischer Indikator für potentiell gewaltbereite Menschen. Computerspielen wird immer noch nachgesagt, dass sie zu sozialer Isolierung führen und Menschen sich darin verlieren. Das mag zwar alles stellenweise vorkommen, aber das ist eher eine kleine Minderheit an Menschen, bei denen Spiele derartig gravierende Effekte auslösen.

Nun räumte sogar die Forschung mit einigen der Vorurteilen auf und bestätigt, dass Computerspiele eben nicht so schädlich sind wie die Medien und andere Menschen gerne behaupten. So sollen sie menschliche Beziehungen stärken, glücklich machen und sogar Krankheiten entgegenwirken oder heilen können. Der Spiegel verfasste daraufhin eine Titelgeschichte,  auf die auch prompt eine Antwort des Bloggers Christian Huberts.

In seinem Artikel befasst er sich auf äußerst interessante Art mit der Titelstory des SPIEGEL. Absolut lesenswert!

Hier geht’s zum Text:  SPIEGEL macht blöd. Warum auch positive Computerspiel-Artikel nicht besser sind als ihr Ruf

Anmerkung: In der ursprünglichen Version dieses Blogposts wurde irrtümlich Rainer Sigl als Autor des verlinkten Textes genannt. Wir haben den Fehler korrigiert.

The Elder Scrolls Online laut Forbes ein Fehlschuss

Dieses Wochenende fand der erste Stresstest für ZeniMax / Bethesdas ambitioniertes Projekt The Elder Scrolls Online statt und macht laut den Entwicklern große Schritte in Richtung Vollendung. The Elder Scrolls ist eine starke und zugkräftige Marke die hinter dem MMO steht, wobei mittlerweile nach meinem subjektiven Empfinden schlicht eine Übersättigung am MMO Markt derzeit herscht. Selbst der Klassenprimus World of Warcraft verlor zuletzt massiv Spieler. Dennoch setzt ZeniMax bei The Elder Scrolls Online auf ein Abo-System – sprich monatliche Gebühren um Spielen zu können. Dies rief einige Kritiker auf den Plan, da die komplette Branche derzeit eher auf Free-to-Play Modelle umstellt.

Jedoch wurde Bethesda für diese Entscheidung von Ryan Dancey (Pathfinder Online) in Schutz genommen und behauptete, dass derartige Abo-Modelle durchaus noch ihren Platz hätten und durchaus rentabel zu sein scheinen – dabei wirft er eine Umsatz von rund 100 Millionen US-Dollar für alle MMO monatlich in den Raum. Ein weiteres Argument von ihm ist, dass man durch die Abonnentenzahlen einen nützlichen Richtwert erhalten würde, durch den man zukünftige Inhalte usw. besser planen könne. Desweiteren führte er auf, dass das Free-to-Play System inkl Mikrotransaktionen nur für den asiatischen Raum sinnvoll sei und im westlichen Teil eher ein Hybrid-System aus Abo und Free-to-Play funktionieren würde. Als Beispiel hierfür nannte er das erfolgreiche System von Herr der Ringe Online.

Forbes stimmt dem nicht zu

Paul Tassi vom Wirtschaftsmagazin Forbes hingegen stimmt dem Ganzen nicht zu und sieht sogar ein großes Risiko für Bethesda auf Grund des Abo-Modells. Der Autor kommt dabei zu dem Schluss, dass erfolgreiche und etablierte Spiele mit Abo-Modellen bereits seit mehreren Jahren auf dem Markt seien und die Spieler sich mehr oder weniger daran gewöhnt hätten, für solche „alten“ Spiele zu zahlen. Außerdem seien mittlerweile bereits mehrere Titel mit dem klassischen Bezahlsystem gescheitert und hätten in der Zwischenzeit auf Free-to-Play oder eben Hybrid-Systeme umgestellt.

Jedoch bemerkte er, dass gerade Free-to-Play derzeit immer mehr Anteile belegt und an Marktmacht und Einfluss gewinne. Und deswegen sei eine Abo-Hürde für viele potentielle Kunden eher abschreckend. Da auch Konsolen-Spieler ein Abo abschließen müssten, sehe er ebenfalls als sei kritisch an, da Konsolen-Spieler es schlicht nicht gewohnt sind Abonnements abzuschließen.

Zeichnet sich ein großer Fehlschlag ab?

Tassi sei sich bewusst, dass ein Abo-Modell für die Entwickler optimal sei, da man von dauerhafter Unterstützung ausgehen könne, aber auf dem derzeitigen Markt sei dies eben kritisch. The Elder Scrolls Online müsse schon ein Ausnahmespiel sein, um mit dieser Art der Finanzierung erfolgreich zu sein. Die Tatsache das Elder Scrolls Online kein Kracher werden wird plus dem Festhalten an der Abo-Finanzierung könne laut Tassi ein großer Fehlschlag für Bethesda und ZeniMax werden. Desweiteren schätzt er sogar, dass ein Free-To-Play Modell bei diesem Titel recht riskant sei.

The Elder Scrolls Online erscheint im April für PC. Die Versionen für Playstation 4 und Xbox One sollen dann im Juni diesen Jahres folgen. Die derzeitigen Preise für ein 1-monatiges Abo betragen 12,99€.