Nintendo will an Let’s Plays mitverdienen

Die diversen Let’s Plays auf Youtube sind seit dem vergangenem Jahr der absolute Renner auf Youtube. Bei Let’s Plays geht es im Grunde nur darum, dass jemand sich beim Spielen filmt und dies kommentiert dabei. Dies erfreut sich großer Beliebtheit, wie beispeilsweise Gronkh und Sarazar bewiesen haben in den letzten beiden Jahren. Innerhalb von 2 Jahren sind die beiden von Betreibern kleiner Kanäle auf Youtube zu wahren Superstars geworden. Gronkhs Kanal hat beispielsweise über 1 Million Abonnenten und  über 645 Millionen Videoaufrufe – das sind gigantische Zahlen.

Im englischsprachigem Raum gibt es ebenfalls mit Gronkh vergleichbare Stars, also kann man sagen, dass sich die Let’s Plays zu einem globalem Trend entwickelt haben und die Videomacher verdienen unter Garantie nicht schlecht an dem Ganzem. Das die Unternehmen hellhörig werden war da nur eine Frage der Zeit.

Nintendo nun Youtube-Partner

Den ersten Fehltritt eines Unternehmens hat sich hier Nintendo geleistet. Es gibt zig Let’s Plays zu Nintendo Spielen auf Youtube, so dass sich das japanische Unternehmen nun etwas ausgedacht hat. So bestätigte Nintendo, dass man seit Februar 2013 eingetragener Youtube-Partner geworden sei und seitdem eine Content ID Datenbank automatisch Inhalte von Nintendo markiere. Man wolle nun bei Videos ab einer gewissen Länge automatisch Werbung schalten, deren Einnahmen ausschließlich an Nintendo gehen würden. Allerdings betonte man seitens Nintendo, dass andere Unternehmen ihren Content auf Youtube durchaus blockieren lassen würden, aber da man Fan von Nutzer-Videos sei, habe man sich für diesen Weg entschieden.

Ich kann verstehen, dass Nintendo hier auch etwas mitverdienen will. Man ist schließlich ein gewinnorientiertes Unternehmen und nicht die Wohlfahrt und ich bin mir ziemlich sicher, dass hier nicht gerade kleine Summen von den Let’s Play Stars verdient werden. Ein Stück vom Kuchen abzugeben ist sicherlich fair, schließlich sind es ja ihre Spiele. Aber was Nintendo hier macht bringt nur die Spieler und Let’s Player gegen sich auf, da es eher eine Art Vorschlaghammer-Methode ist. Anscheinend hat man sich nämlich nicht mit den Machern der Videos in Verbindung gesetzt und irgendwelche Kompromisse angestrebt, sondern einfach direkt so reagiert.

Am Ende hat Nintendo damit nur eins erreicht, nämlich sich selbst ins Bein geschossen. Die Reaktion seitens der Let’s Play Stars lies nicht lange auf sich warten, denn einige kündigten bereits an, dass man Nintendo Spiele nun einfach nicht mehr nutzen werde für die Let’s Play-Videos. Ob das leere Drohungen sind und tatsächlich eingehalten wird lässt sich nicht abschätzen. Fakt ist aber, dass Nintendo damit an der eigenen Reputation gesägt hat und die eigenen Fans mit dieser Aktion verärgert hat. Es hätte sicherlich bessere Wege gegeben sich zu einigen. Hat man als Unternehmen erstmal das Image des geldgierigen Halsabschneiders, kommt man da nur sehr schwer wieder raus. Electronic Arts kämpft seit Jahren mit dem extrem negativem Image.

Schade Nintendo, ich glaube das ist der falsche Weg.

Der unbeschreibliche Erfolg von Star Citizen

Kickstarter ist ja bekanntlich ein neuer Hort für gute und meist auch kreative Ideen – gerade was Computerspiele betrifft. Die meisten Publisher sind in der heutigen Zeit nämlich gnadenlos darauf orientiert, das Maximum an Geld zu erwirtschaften bei geringstem Risiko. Diese Haltung kann man auch erwarten, da es sich meistens um Aktiengesellschaften handelt, die ihren Aktionären natürlich auch Rechenschaft ablegen müssen. Das Problem an der Sache ist, dass dies natürlich der Tod für kreative oder neue Wege ist, da man sich lieber auf altbewährtes setzt (hallo jährlicher Call of Duty Aufguss).

Umso schöner ist es da, dass Kickstarter mittlerweile schon so das ein oder andere Spiel abseits des Publisher Mainstreams ermöglicht hat. Besonders heraus gestochen hat hier Star Citizien, welches insgesamt allein über Kickstarter 2 Millionen US-Dollar erhalten hat von Unterstützern. Insgesamt sind es laut der offiziellen Website nun schon 8 971 772 US-Dollar (Stand 29.04.2013). 

Ein für tot erklärtes Genre kehrt zurück

Jetzt stellt sich einem die Frage, wieso denn so eine gewaltige Summe durch Freiwillige zustande kommen kann und die Industrie dieses Genre einfach komplett ignoriert hat. Die letzte wirklich ernsthafte Weltraumflug-Simulation erschien immerhin 2003 mit Freelancer oder die eher mäßig erfolgreichen Ableger der doch recht zähen X-Serie und es befindet sich derzeit auch neben Star Citizen keine andere nennenswerte Simulation in der Entwicklung. Das wirft nun ein ganz schlechtes Licht auf die Publisher, da sie diese Weltraumspiele tatsächlich für tot erklärt haben. Ego-Shooter und MMOs waren der ganz große Trend der letzten Jahre und das wird wohl auch weiterhin so bleiben – große Käuferschicht und wohl eher überschaubares Risiko. Bloß nichts neues ausprobieren, was sich evtl. als Ladenhüter herausstellt.

Fast 9 Millionen Dollar bei ungefähr 165 000 Spendern ist schon eine beachtliche Summe. Übrigens war Star Citzien die am meisten mit Geld unterstützte Crowd-Founding Aktion auf Kickstarter. Chris Roberts trägt mit seinem legendären Namen natürlich auch einen großen Teil am Erfolg, da er unter anderem verantwortlich für die Wingcommander Serie war.

Vor ungefähr 10 Jahren sah alles noch etwas anderes, denn irgendwie waren dort Entwickler und Publisher noch um einiges kreativer und vor allem mutiger. Man versuchte sich ständig an neuen Spielideen und so wurde hier der ein oder andere Grundstein für erfolgreiche Serien der heutigen Zeit gelegt. Nun aber scheint sich fast alles darum zu drehen, den Massenmarkt zu treffen und möglichst viele DLC zu verkaufen. Beste Beispiele dafür sind wohl leider die Mass Effect und Dragon Age Serien. Waren jeweils die ersten Teile noch anspruchsvoller und eher in Richtung „Oldschool“ Rollenspiel, wurden die zweiten Teile vollkommen auf Action und simple Bedienung getrimmt, was auch natürlich einen großen Aufschrei innerhalb der Community nach sich zog. Beim dritten Teil der Mass Effect Reihe versuchte man dann einen Kompromiss aus „Hirn aus, Action rein“ und forderndem Rollenspiel zu finden – immerhin. Der dritte Teil von Dragon Age wird erst noch erscheinen und es gibt noch keine Details darüber, aber man kann hoffen, dass man diese Lektion gelernt hat.

Auf Kickstarter finden sich übrigens noch weitere durchaus interessante Spiele, die sich Abseits der „Generation Konsolen-Spiele“ bewegen und vielleicht einen Blick wert sind. Und vielleicht haben wir ja Glück und die großen Publisher werden wieder etwas mutiger und versuchen sich auch an neuen Wegen statt den üblichen Klonen. Triple A Produktion hin oder her, ein Assassins Creed 3 wurde doch schon recht eintönig gegen Ende. All diese Spiele sind sicherlich nicht schlecht, aber manche wünschen sich eben doch eher anspruchsvolle Spiele. Der Erfolg von X-COM und Dark Souls sind hier ein deutlicher Beweis dafür.

Ich jedenfalls hoffe, dass Chris Roberts die hohen Erwartungen erfüllt und uns hier ein Glanzstück unter den PC-Spielen bringen wird. Die Zeichen stehen gut.

 

World of Warcraft Film

World of Warcraft ist mit Abstand das erfolgreichste MMO seit 2004. Über 10 Millionen Spieler hat das Spiel monatlich und ist wahrscheinlich allgemein das erfolgreichste Computerspiel überhaupt. Von daher ist verständlich, dass man einen Film im Warcraft Universum auch auf die Leinwand bringen möchte. Angekündigt wurde der Film bereits 2006, als Legendary Pictures (verantwortlich unter anderem für „300“) die Rechte für die Lizenz an einem Film von Blizzard Entertainment gesichert hat.

Sonderlich viele Informationen gab es seitdem leider nicht und man glaubte auch langsam, dass der Film niemals realisiert werden würde. So wurde zuerst Sam Raimi als Director verpflichtet, welcher beispielsweise verantwortlich für die Spiderman Filme war und außerdem der Author von „Der Soldat James Ryan“ und „Der Patriot“ mit dem Drehbuch dafür beschäftigt. Das Budget soll rund 220 Millionen US-Dollar betragen und die Geschichte zeitlich im World of Warcraft Universum angesiedelt sein, also nach den Strategie Ablegern der Serie. Chris Metzen (verantwortlich für die Story von World of Warcraft unter anderem) bestätigte, dass man die Geschichte für den Film leicht abändern müsse und das ein Mensch (Originalton: Kick Ass Human Character) der Hauptcharakter sein wird. Das waren leider auch schon alle Informationen, die über die letzten 6 Jahre öffentlich gemacht worden sind. Mittlerweile is Raimi abgesprungen und an seiner Stelle der unbekanntere Duncan Jones getreten ist.

Soviel zum Hintergrund, aber es scheint als würde sich jetzt abzeichnen, dass man große Schritte vorwärts machen würde und der Film tatsächlich in greifbare Nähe rückt. So hat der für die Cinematics der Warcraft Spiele verantwortliche Nick Carpenter (Vizepräsident für Arts und Cinematics bei Blizzard Entertainment) einen Tweet veröffentlicht, bei dem er den neuen VFX-Director vorstellte. Die Rede ist von Bill Westenhofer, ein oscarprämierter Filmtechniker, der zuletzt an „Life of Pi“ mitgewirkt hat.

Anscheinend kommt nun endgültig die Sache ins Rollen und man geht mittlerweile davon aus, dass die Produktion bereits dieses Jahr starten soll und dann wohl 2015 in die Kinos kommen wird.

Das ein Warcraft Film ein Kassenschlager wird steht wohl außer Zweifel. Die Treuen Fans von World of Warcraft werden sich das wohl nicht entgehen lassen, der Erfolg ist also wohl quasi vorprogrammiert.