In weniger als einem Monat öffnet die Gamescom in Köln wieder ihre Pforten und steht diesmal ganz im Zeichen der kommenden Next-Gen-Konsolen von Microsoft und Sony. Man darf gespannt sein, was die beiden Firmen diesmal von ihren neuen Konsolen Xbox One und Playstation 4 zeigen werden. Nachdem sich die Präsentationen auf der E3 vor einigen Wochen eher um technische Details drehten, wird diesmal hoffentlich mehr von den Spielen gezeigt und Fans hoffen darauf, endlich Spiele der nächsten Generation zu sehen. Das bisher gezeigte war zwar nicht schlecht, aber der von vielen erwartete Sprung nach vorn blieb noch aus.
Aber auch abseits der Konsolen haben sich hochkarätige Firmen angekündigt für die Gamescom 2013. Mit dabei sind dieses Jahr unter anderem: Activision Blizzard (World of Warcraft), Electronic Arts (Die Sims), CD Projekt (The Witcher), Bethesda Softworks (The Elder Scrolls), NCSOFT (Guild Wars 2), Riot Games (League of Legends), Wargaming (World of Tanks) und Ubisoft (Assassins Creed). Aber auch Hardware Hersteller wie Nvidia oder Roccat sind mit von der Partie und werden sicherlich einige Neuerscheinungen zeigen und von den Besuchern ausprobieren lassen. Insgemsamt werden über 600 Aussteller vor Ort sein auf der Messe.
Partnerland der Gamescom ist dieses Jahr Frankreich und wird ebenfalls in den Hallen vertreten sein. Mit rund 28 Millionen Spielern und einem ungefährem Umsatz von 2,8 Milliarden Euro gehört der französische Spielemarkt zu den größten weltweit.
Weltpremiere auf der Gamescom 2013
Zwar rücken Spielentwickler selten vorab schon Informationen zu Weltpremieren auf Events wie der Gamescom raus, aber Electronic Arts kündigte vorab bereits an, dass Die Sims 4 erstmals auf der Gamescom 2013 der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Der Release des Spiels wird wohl zwar erst 2014 sein, aber Fans warten dennoch schon sehnsüchtig auf den nächsten Teil der Serie. Die Sims zählt übrigens zu den meistverkauften Spielen aller Zeiten plattformübergreifend. Man kann auch davon ausgehen, das der ein oder andere Entwickler hier neue Spiele erstmals vorstellen wird, da die Messe mittlerweile zu einer der wichtigsten Spielemessen der Welt geworden ist.
Natürlich wird man hier auch einigen Stars aus der E-Sport oder Let’s Play-Szene über den Weg laufen können. Beispielsweise waren Gronkh und Co. jedes Jahr auf der Gamescom vertreten und gehen auf Tuchfühlung mit ihren Fans.
Seitens der Gamescom erwartet man dieses Jahr über 275 000 Besucher und somit wohl einen neuen Besucherrekord, was dank der Next-Gen-Konsolen auch durchaus realistisch ist. Allein im Vorverkauf gingen bereits 45 000 Tickets über die Ladentheke. Die Tickets gelten auch dieses Jahr wieder als Fahrschein für die öffentlichen Verkehrsmittel in Köln. Die Gamescom 2013 findet vom 21. bis zum 25. August statt.
Die E3 hat vor einigen Tagen ja ihre Pforten geöffnet und natürlich waren auch die Pressekonferenzen der Hersteller wieder vertreten. Dieses Jahr natürlich mit Fokus auf die beiden Konsolen Playstation 4 und Xbox One.
Die Pressekonferenzen zu den beiden Konsolen werden ich demnächst nochmal genauer unter die Lupe nehmen und auch etwas dazu schreiben. Aber wie es zweifelsohne niemand entgangen ist bekommt Microsoft gerade eine volle Breitseite Kritik für die Regulierungen und Überwachungsmöglichkeiten durch ihre Konsole. Besonders die Gebühr für Gebrauchtspiele stößt vielen besonders übel auf. Microsoft will nämlich abkassieren, sobald man seine alten Spiele verkaufen oder gebrauchte Spiele verwenden will. Eine, wie ich persönlich finde, ganz miese Masche.
Sony nutze diese Steilvorlage nun aus und wischt Microsoft damit eins aus. Der kurze Clip ist ein vernichtender Marketing-Streich und hat innerhalb von 3 Tagen bereits 10 Millionen Hits.
Gelungene Aktion von Sony! So wird auf der Playstation 4 ein gebrauchtes Spiel aktiviert:
Ein kurioser Vorfall ereignete sich letzte Woche in den USA, genauer gesagt in den Räumlichkeiten von Robotoki, dem neuen Studo des ehemaligen Infitiy Ward (Call of Duty Modern Warfare) Mitarbeiters Robert Bowling. Ein Missverständnis seitens eines Mitarbeiters und die etwas ungünstige Platzierung einer Schaufensterpuppe veranlassten eine Gruppe von LAPD Polizisten die Büros des Teams zu stürmen. Aber was ist da genau passiert?
Eigentlich wurde all dies nur ausgelöst wegen der Neugier eines Mitarbeiters von Robotoki, wie so oft. Das Büro wurde nachträglich mit einem Panik-Schalter ausgestattet, der direkt mit dem Netzwerk des LAPD verbunden ist. Sinn dieses Schalters ist ganz einfach einen stillen Alarm zu haben, falls jemand einen bewaffneten Raubüberfall starten sollte. Drückt man diesen Knopf, wird also Großalarm ausgelöst bei der Polizei und mehrere Einheiten rücken aus um zu helfen. Das doofe an der Geschichte war, das einer der Mitarbeiter von Robotoki nicht wusste, wofür der Knopf ist und ihn beim Verlassen des Gebäudes einfach mal gedrückt hat – man muss ja die Neugierde befriedigen und auf jeden Knopf drücken, bei dem man nicht weiß wofür er ist.
Blöd an der Sache war nur, dass in der Ecke des Büros direkt am fenster eine Schaufensterpuppe in voller Kampfmontur samt Gewehr steht (natürlich kein echtes Gewehr). Die lebensgroße Puppe ist eine Abbildung eines Charakters aus Modern Warfare 2: Simon »Ghost« Riley. Wie man hier sieht, könnte man es von außen tatsächlich für einen bewaffneten Eindringling halten.
Passiert ist bei der Aktion niemand was, aber kurios ist es auf jeden Fall. Vielleicht sollte man beim nächsten mal besser vorher alle Mitarbeiter informieren und sich die Positionierung der Puppe vielleicht nochmal überlegen.
Nun wurde also nach langem Warten endlich Microsofts Antwort auf die Playstation 4 enthüllt: die Xbox One. Wie üblich wurde die neue Konsole mit großem Tamtam und voller Superlative der Öffentlichkeit vorgestellt, alles wurde natürlich live ins Internet übertragen und lauter wichtige Menschen sagten etwas zu Microsofts kommendem Flagschiff.
Die Playstation 4 hat ja bereits einiges vorgelegt, auch wenn sich der Großteil wieder einmal um die soziale Verknüpfung der Spielerfahrung gedreht hat. Nun war also das Unternehmen aus Redmond an der Reihe seine Konsole zu vermarkten. Eigentlich habe ich ja auf irgendwas super innovatives gewartet oder aber einfach irgend eine frische Idee, aber Fehlanzeige. Im Prinzip wird die Konsole, genau wie die Playstation, einfach ein bisschen mehr zu einem stinknormalen PC…nur eben viel einfacher zu bedienen.
Ich frage mich aber, wer bei Microsoft auf den Namen Xbox One gekommen ist. Von der Logik her würde man so eher die aller erste Xbox bezeichnen und nicht das mittlerweile 3. Gerät. Immerhin gibt es eine Playstation 1 (one) und die ist aus den 90er Jahren. Das scheint man irgendwie einfach ausgeblendet zu haben, oder man erwartet einfach von den Leuten um tausend Ecken zu denken. Denn Xbox One ist eine Verballhornung des Begriffs „The All in One Experience“ – klar das bringt man auf jeden Fall damit in Verbindung, da hat bestimmt jeder direkt als erstes daran gedacht, als er den Namen hörte. Die Namensgebung war wohl schon mal ein Reinfall. Vielleicht kommt ja bald Windows One?
Über das Design der Konsole will ich gar nicht erst viel sagen, ist halt Geschmackssache. Ich persönlich finde, dass es wie ein etwas protziger DVD-Player aussieht. Über Geschmack kann man streiten. Der Controller sieht auch fast gleich aus, soll aber rund 40 Veränderungen erfahren haben. Beste Neuigkeit diesbezüglich: Kein Share-Button! Aber ansonsten sieht es eher nach dem alten Controller aus, den man schon kennt.
Xbox go Home! ernsthaft?!
Jedenfalls wurde von Yusuf Mehdi, seines Zeichens Senior Vice President of Marketing and Strategy bei Microsoft, der nächste große Clou der Xbox One vorgestellt, genauer gesagt wurde erklärt was die Firma unter ihrer „The All in One Expiercene“ versteht. Mit dem Ausruf „Xbox on“ startete er die Konsole unter Beifall der anwesenden Personen…was mich sehr verwundert hat. Sprachsteuerung ist ja nun wirklich nichts besonderes mehr im Jahre 2013 – ich finde es eher bedenklich, dass die Mikrofone auch im Standby Modus der Konsole aktiviert sind. Wer weiß also, was da so mitaufgezeichnet wird. Jedenfalls wurde danach stolz gezeigt, wie man nur durch Sprachkommandos durch die diversen Features wie Internet, Musik oder Film navigiert. Das lustigste aber war für mich, dass das Kommando zur Rückkehr ins Hauptmenü allen ernstes „Xbox Go Home“ lautet. Ich war mir wirklich nicht sicher, ob das ein Witz ist oder tatsächlicher ernst war. Aber anscheinend wird man dieses Kommando wirklich benutzen. Ach und Skype kann man über die Konsole ebenfalls benutzen, warum auch immer. Ich dachte Konsolen sind einzig und allein für das Spielen gemacht, aber das ist doch jetzt wirklich eher ein PC als eine Konsole? Ich bin verwirrt. Wenn die Konsolen nur fürs Spielen gemacht worden sind, möchte man doch eigentlich eben nicht von all diesen Dingen genervt werden dachte ich? Spielen in Reinform ist wohl nicht mehr up-to-date.
Das unter Spielern wohl meistgehasste Unternehmen kam auch nochmal zu Wort und stellte seine neue Ignite-Engine vor. Electronic Arts zeigte nämlich die neue Grafik-Engine in ihren Next-Gen Spielen der Fifa, UFC, Madden und NBA LIVE Serien. Zwar waren es nur kurze Ausschnitte jeweils, bei denen man sehen konnte, das die Grafik besser ist als die der Vorgänger Konsolen. Realistischere Gesichtsanimationen und Physikberechnungen wurden hier eindrucksvoll in Szene gesetzt. Aber was wäre EA ohne den kleinen Tritt in den Hintern der Spieler: der Community Manager Rob Hodson verkündete via Twitter, das die Ignite Engine NICHT für die PC-Spiele verwendet werden wird. Man muss ja schließlich Kaufanreize schaffen für die neuen Konsolen-Spiele. Bei der alten Konsole war es genau das selbe Spiel, denn erst vor rund 2 oder 3 Jahren wurde die besser aussehende Engine auch für PCs eingeführt. Vorher musste man sich mit einer sehr abgespeckten Version abgeben. Technische Gründe wird das auch diesmal nicht haben…Marketing ist der wahre Grund.
Ein ehemaliger Mitarbeiter von Microsoft und jetziger CTO bei Electronic Arts hat direkt nachgetreten auf LinkedIn und behauptet, dass die Architektur der Konsole heutigen High-End PCs um rund eine Generation voraus sei. Ob das jetzt tatsächlich so ist, kann ich nicht sagen. Die 8-Kern APU (Accelerated Processing Unit – Quasi ein Hauptprozessor mit Koprozessoren) hat gegenüber den PCs durchaus einen Vorteil, da es hier keinen Flaschenhals gibt. Beim PC wird nämlich der PCI-Express Bus zu eben diesem Flaschenhals, da hier massenweise Daten zwischen CPU und GPU untereinander verschickt werden. Hier ist die APU Architektur einfach schneller und ermöglicht somit andere Methoden. Außerdem sind an mit an Bord eine 500GB Festplatte, 8GB RAM und USB 3.0 und ein Blue-ray Laufwerk. Ohne Frage, die Xbox One ist ein Kraftpaket.
Fakt ist aber auch, dass die Konsole nun 6 oder 7 Jahre mit unveränderter Hardware bestehen muss, während der PC dieses Manko sehr schnell wieder aufgeholt haben wird. Ob das alles stimmt, was diese besondere Architektur beherrschen soll weiß ich nicht, es wird sicherlich auch einfach nur eine Menge Marketing-Geschwätz sein – man möchte ja möglichst viele Einheiten verkaufen in naher Zukunft. PC Gamer werden aber wohl erstmal in die Röhre gucken, da nun erstmal wieder eine ganze Reihe Exklusiv-Titel erscheinen werden und man wird wohl auch bewusst wieder nicht die technischen Möglichkeiten des PCs ausschöpfen, um die Konsole in besserem Licht erscheinen zulassen. Man kennt das ja schon aus der Vergangenheit
Eine Halo TV-Serie wurde auch angekündigt, unter der Regie von Steven Spielberg. Zu sehen gabs davon noch nichts und wird wohl auch vielleicht nur exklusiv über die Xbox One zu schauen sein. Könnte ganz nett sein und ich bin gespannt darauf.
Wohnzimmer Spionage inklusive
Aber jetzt kommen wir zu dem Punkt, der mir wirklich sehr negativ aufgefallen ist und den ich auch schon erwähnt habe. Big Brother is watching you – im wahrsten Sinne des Wortes. Das Kinect für die Xbox One kommen würde, war allen klar. Nur dass das neue Kinect nun auch noch bis zu 6 Personen im Raum erkennen kann, inkl deren Mimik und Gestik ist schon ein hartes Stück. Die Linse erkennt sogar Menschen und kann sie voneinander unterscheiden, ein Fest für jeden Marktforscher. So könnte man sehr leicht Statistiken dazu anfertigen, wer bei welchem Spiel lächelt oder eine böse Grimasse zieht.
Der kleine schwarze Kasten kriegt so ziemlich alles im heimischen Wohnzimmer mit, was sich bewegt oder redet- sogar ohne Licht funktioniert das gut. Das Mikrofon verfügt über eine ausgeklügelte Programmierung, die es ermöglichen soll auf Kommandos zu reagieren, selbst wenn das Zimmer vom Spielsound geflutet wird. Diese Filtermethode wird ermöglicht, in dem Spielprogrammierer ihre Sounds quasi kennzeichnen und der Xbox beibringen, diese herauszufiltern. Ist ja ganz nett, aber bedeutet gleichzeitig auch, dass die Xbox jederzeit alles mithören und sehen kann. Es wird sicherlich nur eine Frage der Zeit sein, bis sich findige Hacker Zugang verschaffen und einfach mal ein wenig in fremden Wohnzimmern Leuten beim Spielen zuschauen. Mittlerweile wurde auch bekannt, dass Microsoft ein Patent für die „Regulierung von Content-Vertrieb anhand der Zuschauerzahl“ letztes Jahr veröffentlicht hat. Diese Technik ermöglicht es Rechteinhabern auf Basis der Zuschauerzahl die Lizenzkosten zu errechnen. Ist doch klasse, je mehr Leute vor der Xbox sitzen, desto mehr zahlt man. Tolles Patent! Microsoft hat sich bisher auch noch nicht dazu geäußert, ob man dieses Patent für Film- und Fernsehvertrieb über die Xbox One nutzen wird.
Bestätigt wurde indes auch, dass die Xbox One mindestens einmal am Tag online sein muss, andernfalls sind auch keine Offline-Spiele möglich. Gebrauchte Spiele verkaufen wird auch noch ein Thema werden, da hier schon zukünftige Gängelungen durchsickern. Allerdings sollte man da auf dem deutschen Markt vorsichtig sein, da wir hier ziemlich strenge Gesetze haben – zu Gunsten der Kunden. Abwärtskompatibel ist die Konsole übrigens auch nicht, aber das war abzusehen und wurde erwartet.
Eins blieb aber auf der Strecke: die Spiele. Nichts innovatives, kein großer Sprung vorwärts. Keinerlei Neuerungen beim Gameplay in Sicht und nur grafische Updates bisher. Die grafische Leistungsfähigkeit wird ziemlich gut sein, aber ich hab da irgendwie allgemein mehr erwartet. Ich hoffe, dass man auf der E3 mehr von den Spielen zeigen wird. Multimedia oder Social Media Vernetzung gehört meiner Meinung nach nicht zu den Konsolen, die sind doch zum Spielen da dachte ich? Irgendwie vermisse ich da die alten SNES Zeiten…Spiel rein und fertig. Alles andere mache ich am PC. Die Next-Generation hab ich mir irgendwie anders vorgestellt, denn das hier fühlt sich eher wie eine Current-Gen 1.5 an.
Die diversen Let’s Plays auf Youtube sind seit dem vergangenem Jahr der absolute Renner auf Youtube. Bei Let’s Plays geht es im Grunde nur darum, dass jemand sich beim Spielen filmt und dies kommentiert dabei. Dies erfreut sich großer Beliebtheit, wie beispeilsweise Gronkh und Sarazar bewiesen haben in den letzten beiden Jahren. Innerhalb von 2 Jahren sind die beiden von Betreibern kleiner Kanäle auf Youtube zu wahren Superstars geworden. Gronkhs Kanal hat beispielsweise über 1 Million Abonnenten und über 645 Millionen Videoaufrufe – das sind gigantische Zahlen.
Im englischsprachigem Raum gibt es ebenfalls mit Gronkh vergleichbare Stars, also kann man sagen, dass sich die Let’s Plays zu einem globalem Trend entwickelt haben und die Videomacher verdienen unter Garantie nicht schlecht an dem Ganzem. Das die Unternehmen hellhörig werden war da nur eine Frage der Zeit.
Nintendo nun Youtube-Partner
Den ersten Fehltritt eines Unternehmens hat sich hier Nintendo geleistet. Es gibt zig Let’s Plays zu Nintendo Spielen auf Youtube, so dass sich das japanische Unternehmen nun etwas ausgedacht hat. So bestätigte Nintendo, dass man seit Februar 2013 eingetragener Youtube-Partner geworden sei und seitdem eine Content ID Datenbank automatisch Inhalte von Nintendo markiere. Man wolle nun bei Videos ab einer gewissen Länge automatisch Werbung schalten, deren Einnahmen ausschließlich an Nintendo gehen würden. Allerdings betonte man seitens Nintendo, dass andere Unternehmen ihren Content auf Youtube durchaus blockieren lassen würden, aber da man Fan von Nutzer-Videos sei, habe man sich für diesen Weg entschieden.
Ich kann verstehen, dass Nintendo hier auch etwas mitverdienen will. Man ist schließlich ein gewinnorientiertes Unternehmen und nicht die Wohlfahrt und ich bin mir ziemlich sicher, dass hier nicht gerade kleine Summen von den Let’s Play Stars verdient werden. Ein Stück vom Kuchen abzugeben ist sicherlich fair, schließlich sind es ja ihre Spiele. Aber was Nintendo hier macht bringt nur die Spieler und Let’s Player gegen sich auf, da es eher eine Art Vorschlaghammer-Methode ist. Anscheinend hat man sich nämlich nicht mit den Machern der Videos in Verbindung gesetzt und irgendwelche Kompromisse angestrebt, sondern einfach direkt so reagiert.
Am Ende hat Nintendo damit nur eins erreicht, nämlich sich selbst ins Bein geschossen. Die Reaktion seitens der Let’s Play Stars lies nicht lange auf sich warten, denn einige kündigten bereits an, dass man Nintendo Spiele nun einfach nicht mehr nutzen werde für die Let’s Play-Videos. Ob das leere Drohungen sind und tatsächlich eingehalten wird lässt sich nicht abschätzen. Fakt ist aber, dass Nintendo damit an der eigenen Reputation gesägt hat und die eigenen Fans mit dieser Aktion verärgert hat. Es hätte sicherlich bessere Wege gegeben sich zu einigen. Hat man als Unternehmen erstmal das Image des geldgierigen Halsabschneiders, kommt man da nur sehr schwer wieder raus. Electronic Arts kämpft seit Jahren mit dem extrem negativem Image.
Schade Nintendo, ich glaube das ist der falsche Weg.
Kickstarter ist ja bekanntlich ein neuer Hort für gute und meist auch kreative Ideen – gerade was Computerspiele betrifft. Die meisten Publisher sind in der heutigen Zeit nämlich gnadenlos darauf orientiert, das Maximum an Geld zu erwirtschaften bei geringstem Risiko. Diese Haltung kann man auch erwarten, da es sich meistens um Aktiengesellschaften handelt, die ihren Aktionären natürlich auch Rechenschaft ablegen müssen. Das Problem an der Sache ist, dass dies natürlich der Tod für kreative oder neue Wege ist, da man sich lieber auf altbewährtes setzt (hallo jährlicher Call of Duty Aufguss).
Umso schöner ist es da, dass Kickstarter mittlerweile schon so das ein oder andere Spiel abseits des Publisher Mainstreams ermöglicht hat. Besonders heraus gestochen hat hier Star Citizien, welches insgesamt allein über Kickstarter 2 Millionen US-Dollar erhalten hat von Unterstützern. Insgesamt sind es laut der offiziellen Website nun schon 8 971 772 US-Dollar (Stand 29.04.2013).
Ein für tot erklärtes Genre kehrt zurück
Jetzt stellt sich einem die Frage, wieso denn so eine gewaltige Summe durch Freiwillige zustande kommen kann und die Industrie dieses Genre einfach komplett ignoriert hat. Die letzte wirklich ernsthafte Weltraumflug-Simulation erschien immerhin 2003 mit Freelancer oder die eher mäßig erfolgreichen Ableger der doch recht zähen X-Serie und es befindet sich derzeit auch neben Star Citizen keine andere nennenswerte Simulation in der Entwicklung. Das wirft nun ein ganz schlechtes Licht auf die Publisher, da sie diese Weltraumspiele tatsächlich für tot erklärt haben. Ego-Shooter und MMOs waren der ganz große Trend der letzten Jahre und das wird wohl auch weiterhin so bleiben – große Käuferschicht und wohl eher überschaubares Risiko. Bloß nichts neues ausprobieren, was sich evtl. als Ladenhüter herausstellt.
Fast 9 Millionen Dollar bei ungefähr 165 000 Spendern ist schon eine beachtliche Summe. Übrigens war Star Citzien die am meisten mit Geld unterstützte Crowd-Founding Aktion auf Kickstarter. Chris Roberts trägt mit seinem legendären Namen natürlich auch einen großen Teil am Erfolg, da er unter anderem verantwortlich für die Wingcommander Serie war.
Vor ungefähr 10 Jahren sah alles noch etwas anderes, denn irgendwie waren dort Entwickler und Publisher noch um einiges kreativer und vor allem mutiger. Man versuchte sich ständig an neuen Spielideen und so wurde hier der ein oder andere Grundstein für erfolgreiche Serien der heutigen Zeit gelegt. Nun aber scheint sich fast alles darum zu drehen, den Massenmarkt zu treffen und möglichst viele DLC zu verkaufen. Beste Beispiele dafür sind wohl leider die Mass Effect und Dragon Age Serien. Waren jeweils die ersten Teile noch anspruchsvoller und eher in Richtung „Oldschool“ Rollenspiel, wurden die zweiten Teile vollkommen auf Action und simple Bedienung getrimmt, was auch natürlich einen großen Aufschrei innerhalb der Community nach sich zog. Beim dritten Teil der Mass Effect Reihe versuchte man dann einen Kompromiss aus „Hirn aus, Action rein“ und forderndem Rollenspiel zu finden – immerhin. Der dritte Teil von Dragon Age wird erst noch erscheinen und es gibt noch keine Details darüber, aber man kann hoffen, dass man diese Lektion gelernt hat.
Auf Kickstarter finden sich übrigens noch weitere durchaus interessante Spiele, die sich Abseits der „Generation Konsolen-Spiele“ bewegen und vielleicht einen Blick wert sind. Und vielleicht haben wir ja Glück und die großen Publisher werden wieder etwas mutiger und versuchen sich auch an neuen Wegen statt den üblichen Klonen. Triple A Produktion hin oder her, ein Assassins Creed 3 wurde doch schon recht eintönig gegen Ende. All diese Spiele sind sicherlich nicht schlecht, aber manche wünschen sich eben doch eher anspruchsvolle Spiele. Der Erfolg von X-COM und Dark Souls sind hier ein deutlicher Beweis dafür.
Ich jedenfalls hoffe, dass Chris Roberts die hohen Erwartungen erfüllt und uns hier ein Glanzstück unter den PC-Spielen bringen wird. Die Zeichen stehen gut.
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