Mittelerde: Schatten von Mordor Test

Mittlerweile über 10 Jahre ist es her, seit Peter Jackson die äußerst erfolgreiche Herr der Ringe Trilogie in die Kinos brachte. Dieses Jahr wird der letzte Teil der Hobbit Trilogie in den Lichtspielhäusern vorgeführt und somit Tolkiens wird die Geschichte rund um den einen Ring abgeschlossen. In der letzten Dekade brach auf Grund der Filme und wahrer Herr der Ringe Boom aus – auch in Sachen Videospielen.

Die meisten Spiele mit der starken Lizenz waren allerdings eher durchwachsen oder bestenfalls unterhaltsam. Warner Bros. Interactive und Monolith Productions (No One Lives Forever 1 und 2) versuchen nun mit Mittelerde: Mordors Schatten endlich ein vernünftiges Herr der Ringe Spiel an den Mann zu bringen. Ob das gelingt versuche ich im leicht verspäteten Test zu erklären.

mordor-titel

Die Story von Mittelerde: Schatten von Mordor

Mit der Story in Herr der Ringe Spielen ist es immer so eine Sache. Die Rechteinhaber der Lizenz haben ein Auge darauf, was die Entwicklerstudios treiben und erschaffen und legen bekannterweise sehr oft Einspruch ein. Man möchte die Qualität der Marke sichern und möglichst authentische Spiele und Filme im Sinne von Tolkien garantieren. Wie Polygon vor einem Monat berichtete, befand sich ein großes und ambitioniertes Rollenspiel in der Entwicklung bei einem anderem Studio, welches leider auf Grund von Schwierigkeiten mit der Lizenz und der Gestaltung von Story und Welt schlicht das Handtuch hinwarf .

Bei Mittelerde: Schatten von Mordor ging man einen gänzlich neuen Weg, denn die Story gehört nicht offiziell zu Tolkiens Universum und ist eine Eigenkreation. Verantwortlich für Charaktere und Story zeichnet sich  Christian Cantamessa, welcher auch bereits in Red Dead Redemption das Drehbuch schrieb.

Rachefeldzug quer durch Mordor

In Mittelerde: Schatten von Mordor dreht sich alles um die Rache zweier Männer. Die Hauptfigur des Spiels ist Talion, welcher ein Waldläufer und Hauptmann der Wache am Schwarzen Tor ist. Das Tor kennt man bereits aus den Herr der Ringe Filmen, denn es trennt Mordor von den Reichen der Menschen des Westens. Allerdings spielt die Geschichte des Spiels zwischen Der Hobbit und Der Herr der Ringe, weswegen man auch nicht auf Aragorn und andere Charaktere aus Herr der Ringe trifft.

Talion muss leider mit ansehen, wie Saurons eifrigste Diener (der Turm,  die schwarze Hand und der Hammer) seine Frau und seinen Sohn brutal vor seinen Augen abschlachten und opfern für ein Ritual. Auch Talion wird dabei getötet, allerdings bleibt im die Ruhe des Todes verwehrt und er wird wiederbelebt. Jedoch ist er nicht allein, denn ein mysteriöser, elfischer Geist hat teilweise Besitz von ihm übernommen. Sowohl Talion, als auch der Geist sinnen fortan nach Rache und mit der Zeit wird die Identität des Geistes aufgedeckt.

ffsdafsadf

Talion selbst kam niemals in einem von Tolkiens Werken vor, aber es gelang dem Team von Monolith einen glaubwürdigen Charakter zu erschaffen der wunderbar in das Herr der Ringe Universum passt. Die herausragende deutsche Vertonung ist ein massiver Bonus.

Auf seinem Rachefeldzug durch Mordor trifft Talion noch mehrere andere Persönlichkeiten aus den unterschiedlichsten Winkeln von Mittelerde. Darunter ein furchtloser Zwerg und sogar eine waschechte Königin. Wie auch Talion sind diese Charaktere allesamt wunderbar ausgearbeitet und wirken glaubwürdig im Rahmen der Tolkien Werke. Dies verdient großes Lob meiner Meinung nach.

Ein Kommen und Gehen

Was mich dann allerdings indirekt an den Charakteren störte ist die Tatsache, dass die Charaktere relativ schnell (wenn auch plausibel) wieder von der Bildfläche verschwinden. Nachdem man sich über einige Missionen hinweg an sie gewöhnt hatte sind sie auch schon wieder weg. Es fällt zwar nicht wirklich ins Gewicht, aber ich persönlich hätte gerne mehr und vor allem länger mit ihnen zu tun gehabt.

Selbst Gollum spielt eine Rolle in der Geschichte. Dieser sieht genauso aus wie in den Filmen und es wird auch die selbe Synchronstimme verwendet – ein gewaltiges Plus für die Atmosphäre des Spiels. Man möchte nun vielleicht denken, dass man mit dem Brecheisen irgendwelche bekannten Charaktere aus den Büchern ins Spiel bringen wollte. Aber das stimmt nicht, denn Gollum und der Geist des Elfen sind wegen des Ringes der Macht sehr eng miteinander verbunden.

dsfsfasf

Die Story  ist generell sehr gelungen, wenn auch etwas wirr stellenweise. Fans von Herr der Ringe kommen hier voll auf ihre Kosten, denn sie passt perfekt in die Welt rund um Hobbits, Elfen und dunkle Herrscher. Was mir persönlich mit am besten gefiel waren die Orks und Urkus. Die Gespräche mit ihnen sind äußerst gelungen und fangen perfekt jene Orks ein, die Peter Jackson uns im Kino zeigte. Dies trägt dazu bei, das man sich wirklich wie in der Herr der Ringe Welt fühlt. Super!

Gameplay – Crossover zwischen Assassins Creed und Batman Arkham City

Was das Gameplay von Mittelerde: Schatten von Mordor angeht gingen die Entwickler einen sehr cleveren Weg, denn sie kombinierten einige der besten Aspekte von zwei Spielen miteinander. Wer bereits Batman Arkham Spiele kennt wird hier sofort eines der besten Features wiedererkennen. Das Kampfsystem erinnert nämlich sehr stark an die erfolgreiche Serie rund um Batman, in dessen Vordergrund das sogenannte FreeFlow Combat System. Dabei handelt es sich um ein Kampfsystem, bei dem man  Gruppen von Gegnern elegant und möglichst in einem Schwung mit diversen Angriffen, Blocks und Spezialattacken niederstreckt. Dieses auf Combos basierende System verhalf schon Batman zu höchsten Wertungen innerhalb der Fachpresse und funktioniert auch wunderbar in Mittelerde: Mordors Schatten.

Mittelerde Schatten von Mordor (8)

Jedoch gibt es beim Kampfsystem ein Feature, an dem die Meinungen sicherlich wieder auseinander gehen werden: Quicktime Events. Dies sind Momente im Spiel, in denen man innerhalb eines Zeitfensters eine bestimmte Taste drücken muss. Scheitert man dabei führt dies oft zum Ableben. Diese Quicktime Events finden unter Umständen relativ häufig statt während der Kämpfe.

Die Kämpfe an sich sind schön anzusehen, auch wenn ihnen hier und dort ein wenig an „Wucht“ fehlt, auch wenn ständig irgendwelche Gliedmaßen abgetrennt werden.

Das auf dem Schwertkampf beruhende System funktioniert wunderbar und geht auch leicht von der Hand. Man springt, metzelt und betäubt Gegner am laufenden Band, möglichst ohne Unterbrechnungen. Im Laufe der Zeit kommen noch mächtigere Fähigkeiten des Geistes hinzu, wie beispielsweise ein Schuss mit dem Bogen, welcher Talion direkt zum Gegner teleportiert und eventuell sogar exekutiert. Diese Spezialfähigkeiten geben dem Spiel die besondere Würze und machen eine Menge Spaß, denn man fühlt sich wirklich wie ein von Rache besessener Kämpfer mit übernatürlichen Fähigkeiten.

Mittelerde Schatten von Mordor (14)

Eingebunden ist das ganze in ein Rollenspiel System, denn man erhält Fähigkeitspunkte, die man auf unterschiedliche Talente verteilen kann. Oder man erhöht die Anzahl der Lebenspunkte, die Höhe der Munition für den Bogen – es gibt viele Möglichkeiten. Die insgesamt 3 Waffen (Schwert, Bogen und Dolch) kann man dabei auch noch mit Runen gravieren, die nochmals Boni bieten. Diese Runen erhält man von gefallenen Uruk und Ork Anführern.

Auf leiser Sohle unterwegs

Neben den Massenschlachten gibt es jedoch noch eine andere Herangehensweise. Ganz dem Vorbild Assassins Creed folgend kann man schleichen und Gegner lautlos um die Ecke bringen. Selbst das Klettern an Fassaden erinnert sehr stark an das Vorbild von Ubisoft, allerdings läuft dies weniger flüssig ab. Zwar klappt es generell ziemlich gut, aber manchmal will sich der Held partout nicht in die richtige Richtung beim Klettern bewegen oder scheinbar mögliche Routen sind nicht möglich. Aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Wie auch bei Assassins Creed kann man Gegner lautlos per Schleichattacke aus dem Weg räumen. Oder man hängt sich an einen Abhang und lockt einen Gegner zu sich, um ihn danach kunstvoll den Abhang runter segeln zu lassen. Oder aber man vergiftet ein Getränkebehälter der Orks, was in einem Tumult endet. Stirbt der Ork beim Trinken, werden sich die verbleibenden Orks die Schuld zuschieben und starten einen Kampf. Im späteren Spielverlauf besteht auch die Möglichkeit die Kontrolle über Orks zu übernehmen und diese andere Orks angreifen zu lassen.

Mittelerde Schatten von Mordor (17)

Es gibt einige Missionen, die speziell auf das Schleichen ausgelegt sind. Diese sind teilweise recht fordernd und machen auch eine Menge Spaß. Generell aber wird man sich eher lauthals in die Schlacht werfen, ohne großartig auf Verstohlenheit zu achten.

Auch abseits der Story Missionen gibt es viel zu tun in Mordor, denn es gibt unzählige Nebenmissionen. So kann man beispielsweise auf die Jagd nach Relikten gehen – findet man diese bekommt man eine vertonte Nachricht vorgelesen, die ein wenig über den Hintergrund von Mordor erzählt. Interessant für Fans. Aber es gibt auch Missionen die sich beispielsweise jeweils auf Schwert, Bogen und Dolch spezialisieren und den Spieler vor unterschiedliche Herausforderungen stellen. Mittelerde: Mordors Schatten hat viel zu bieten.

Alles in allem bietet das Kampfsystem in Mittelerde: Schatten von Mordor  viele Möglichkeiten um die Kämpfe zu bestehen. Egal ob Haudrauf, mit Hilfe von Gedankenkontrolle, auf dem Rücken von Wildtieren als Reiter oder eben als schleichender Attentäter. Egal welche Art man bevorzugt, sie alle funktionieren wunderbar und bieten in der Summe viel Tiefgang.

Das Alleinstellungsmerkmal

Bis hierhin wäre Mittelerde: Schatten von Mordor nichts weiter als eine Kopie von zwei besonders guten Spielen, sofern man die Story einmal außen vor lässt. Was aber lässt nun Talions Rachefeldzug hervorstechen? Ganz klar das sogenannte Nemesis-System.

Mittelerde: Mordors Schatten versucht die Gesellschaft der Orks und Urkus in den beiden Gebieten von Mordor zu simulieren. Es gibt das normale Fußvolk, Leibwächter, Hauptmänner und Häuptlinge. Die Häuptlinge stehen dabei am oberen Ende der Nahrungskette und stellen die Anführer dar. Ohne das das Talion etwas machen muss stehen die Grünhäuter ständig in Konkurrenz zueinander. Sie töten sich, beweisen ihre Stärke und schmieden hinterlistige Attentatsversuche, nur um im Rang aufzusteigen. All dies wird auf einem Übersichtsbildschirm dargestellt.

Mittelerde Schatten von Mordor (10)

Der Clou daran ist, dass Mittelerde: Schatten von Mordor im Prinzip einen niemals endenden Strom an individuellen Widersachern bietet. Verwickeln wir einen der Ork Anführer in einen Kampf und verletzen ihn schwer bevor er entkommt , wird er sich beim nächsten mal an uns erinnern und das geschehene kommentieren auf die typische orkische Art.

Richtig interessant wird es ab dem Zeitpunkt, ab dem das Spiel es uns erlaubt aktiv diese Gesellschaft durcheinander zu bringen und durch Talions Fähigkeit Orks zu übernehmen, welche wir fortan indirekt kommandieren können. Dadurch können wir unsere eigenen Marionetten platzieren und einsetzen.

Jeder Ork verfügt dabei über eigene Stärken und Schwächen und sehen auch immer anders aus. Diese Schwachpunkte können wir aufdecken, indem wir Informationen von anderen Orks einsammeln über Gedankenkontrolle. So sind manche Orks beispielsweise besonders anfällig gegen Feuerattacken, Wildtiere oder Verrat unter eigenen Leuten. Setzt man dies gegen sie ein flüchten sie und sind somit einfacher anzugreifen.

Mittelerde Schatten von Mordor (13)

Missachtet man jedoch die Stärken des Orks wird der Kampf unter Umständen schwerer. Besiegt uns ein Ork und schickt uns ins Jenseits (Talion stirbt nicht) wird er im Rang aufsteigen und beim nächsten Treffen einen spitzen Kommentar ablassen zu unserer Niederlage. So bilden sich von ganz allein Fehden zwischen Spieler und Orks. Die Kommentare wiederholen sich erstaunlicherweise nicht allzu häufig, was der Atmosphäre wirklich gut tut.

Erst ab der Hälfte des Spiels erhält Talion die Fähigkeit Orks zu dominieren bzw. zu kontrollieren, wodurch sich viele neue Möglichkeiten eröffnen. Übernehmen wir beispielsweise einen Anführer des untersten Ranges können wir ihm über diverse zufällig generierte Missionen dazu verhelfen Leibwache eines Häuptlinges zu werden oder wir schicken ihn los um die Leibwächter auf eigene Faust zu eliminieren – dabei können wir entscheiden, ob wir ihm über eine Mission helfen oder ihn es alleine versuchen zu lassen.

Die Kämpfe mit den Häuptlingen gestalten sich oftmals sehr schwierig, deswegen lohnt es sich sehr dessen Leibwächter unter unsere Kontrolle zu bringen, so dass sie uns später im Kampf beiseite stehen. Das Spiel lässt uns viele Freiheiten und irgendwie sympathisiert man mit seinen eigenen Marionetten, auch wenn sie „nur“ Orks und somit Feinde sind.

Das Nemesis-System ist in der Tat einzigartig und bringt eine Menge Spielspaß.

 

Gelungener Sound und akzeptable Grafik

Der Sound von Mittelerde: Mordors Schatten gefällt von der ersten Sekunde an, auch wenn der Soundtrack nicht an die Vorlage von Peter Jackson heranreicht. Aber das ist nicht schlimm, denn die Musik kann wunderbar treibend, aber auch dezent im Hintergrund bleiben. Das typische Herr der Ringe Gefühl bringt sie trotzdem ansatzweise rüber. Reitet man auf einem der Wildtiere setzt eine wunderbar peitschende Musik ein, die einen richtig nach vorne treibt. Wer Payday 2 gespielt hat, weiß wie wichtig Musik in einem Spiel sein kann.

Die Vertonung ist komplett gelungen. Talion wird vom selben Sprecher vertont, der auch Connor aus Assassins Creed 3 seine Stimme lieh. Auch die Orginalstimme von Gollum ist mit dabei und gibt dem Spiel einen gewaltigen Atmosphäre-Schub. Aber mir persönlich gefielen am besten die Stimmen der Orks, die sich wunderbar harsch, roh und sadistisch anhörten. Auch wenn das Spiel auf eine unendliche Flut an Gegnern setzt durch das Nemesis-System wiederholen sich die Sprecher eher selten – zumindest fällt es einem nicht sonderlich auf.

Mittelerde Schatten von Mordor (15)

Auch die Zwischensequenzen wissen zu gefallen und transportieren die so häufig von mir erwähnte Atmosphäre wunderbar und sehen dabei auch noch hübsch aus.

Jedoch sieht man dem Spiel stellenweise an, dass die Engine auch auf Playstation 3 und Xbox360 zum Einsatz kommt, jedoch fällt das nicht ins Gewicht. Das Spiel wirkt wie aus einem Guss und gerade das zweite Gebiet (Nurnenmeer) weiß zu gefallen und überrascht mit seiner grünen und lebendigen Landschaft, die teilweise majestätisch wirkt. Das erste Gebiet hingegen wirkt sehr dunkel und matschig und dies schlägt auf Gemüt, was aber dem Setting geschuldet ist. Mordor ist eben kein Hobbingen.

Wer einen potenten Rechner besitzt kann sich ebenfalls noch das HD-Texturen Paket runterladen.

Fazit Mittelerde: Mordors Schatten

Rund 30 Stunden habe ich mit dem Spiel verbracht und beinahe jede Ecke und Nische von Mordor unsicher gemacht. Ich hatte auch eine Menge Spaß dabei, da ich Herr der Ringe mag und Spiele in diesem Setting sehr rar sind. Das Kampfsystem erinnerte mich positiv an das von der Batman Arkham Reihe. Beim Schleichen fühlte man sich wie in Assassins Creed. Das ist auch eines der größten Probleme von Mittelerde: Mordors Schatten, denn es wirkt ein wenig wie ein Baukasten-System. Man nehme das beste aus anderen Spielen, würze das ganze mit einer äußerst starken Story Lizenz und packe alles in ein Open-World Korsett.

Das funktioniert wunderbar, denn ich persönlich liebe Open World Spiele. Aber auf mich wirkte es stellenweise ein wenig wie als ob das Spiel nach einer Formel entstanden sei. Wie bei so vielen Spielen fühlt man auch hier, dass das Herzblut nicht mit ins Produkt einfloss. Nicht falsch verstehen: Mittelerde: Mordors Schatten ist ein wunderbares Spiel.

Das Spiel hat mich sehr gut unterhalten und transportierte das „Peter Jackson Herr der Ringe Gefühl“ und ist ohne Frage eines der besten Herr der Ringe Spiele. Wäre jedoch das Nemesis-System nicht gewesen, wäre es wohl einfach in der Masse der Spiele untergegangen.

Wer also Open World Spiele im Stille von Assassins Creed und Batman mag wird hier auf seine Kosten kommen, auch wenn man stellenweise Abstrichen machen muss. Unterm Strich ist Mittelerde: Schatten von Mordor ein gutes, wenn auch wenig eigenständiges Spiel. Für die ersten Gehversuche im Open World Setting aber durchaus gelungen. Herr der Ringe Fans sollten sowieso zuschlagen.

 

 

Nintendo: Sex Sells neuerdings?

Bildquelle: Playboy

Der erste Teil von Bayonetta war ein von den Kritikern und der Fachpresse hochgelobtes Actionspiel im Stile eines Devil May Cry. Kommerziell war das von Sega und Nintendo vertriebene  Spiel ein voller Erfolg und so bildete sich rund um das Spiel eine treue Anhängerschaft.

Hauptfigur des Spiels ist die namensgebende Hexe Bayonetta, die sich einen Platz neben den großen Namen wie Duke Nukem, Sam Fisher oder Solid Snake erkämpft hat – ein wunderbar ausgearbeiteter Charakter macht’s möglich. Stark, eigentständig und wehrhaft – ein Traum für die Feminismus-Bewegung innerhalb der Spielebranche.

Vor wenigen Tagen erschien nun der sehnlichst erwartete zweite Teil für Nintendos Wii U. Sicherlich gehört zum Erscheinen von neuen Titeln auch das kräftige Rühren der Werbetrommel dazu, allerdings hat Nintendo diesmal einen neuen Weg eingeschlagen.

Denkt man nämlich an Nintendo und deren Spiele kommt einem meistens zuerst folgendes in den Sinn: familienfreundlich, teilweise für Kinder gemacht und natürlich Super Mario. Das alles sind recht unbefleckte, unschuldige und kindgerechte Attribute, die man mit der Firma verbindet.

Cosplay meets Playboy

Umso erstaunlicher ist die nun von Nintendo eingegangene Kooperation, die alles andere als kindgerecht ist. Nintendo ging nämlich eine Kooperation mit dem Playboy ein, um Werbung für Bayonetta 2 zu machen. Playboy und Nintendo? Klingt verrückt, ist aber so. Pamela Horton (Miss Oktober 2012) lies sich dazu im Bayonetta Kostüm im Zusammenhang mit einem  Wettbewerb ablichten.

In einem Tweet bestätigt das Playboy Modell nochmals, dass es sich bei dem Shooting um eine offizielle Bilderserie von Nintendo und Playboy handelt.

Ein interessanter Schritt von Nintendo, aber ein Modell im Cosplay Kostüm vor die Linse zu stellen war sicherlich ein lohnenswerter Schritt für Nintendo, auch wenn man hier wohl ein wenig das eigene Image torpediert. Jedoch wird sich Nintendo sicherlich einigen Gegenwind einfangen mit dieser Aktion, da Bayonetta unter anderem von der (Videospiel) Feministin Aktivistin Anita Sarkeesian als äußerst positives Beispiel für Frauen in Videospielen genannt wurde.

Sarkeesian sorgte mit mehreren YoutTube Videos für Aufsehen, in denen sie die für die negative / altmodische Darstellung von Frauen mehrfach in diversen Titeln anprangerte. Sie wird sicherlich eher ungehalten darüber sein, dass ausgerechnet Bayonetta nun für die Sex Sells Werbetechnik herhalten muss.

 

Mal wieder eine Seite mit Browserspielen entdeckt

Wer kennt das nicht? Man sitzt am Arbeitsplatz und kann sich gerade nicht auf die Arbeitung oder auf das Lernen konzentrieren und such ein wenig geistige Zerstreuung – am besten in Kombination mit dem Computer. Zocker kennen noch ein ganz anderes Phänomen: man hat unzählige Spiele zur Verfügung, man weiß aber einfach nicht was man denn spielen will oder aber man möchte nicht zu viel Zeit mit dem Spielen verbringen.

Genau solche Dinge passieren mir relativ häufig, weshalb ich mich mal wieder ein wenig umgesehen habe in den Weiten des unendlichen Internets. Damals hab ich sie schon geliebt und auch heute spiele ich sie immer mal wieder: Broswer bzw. Flashspiele. Was das ist? Oftmals sehr simple Spiele, die nicht viel Tiefgang bieten aber zumindest kurzfristig für Unterhaltung sorgen. Gerade im Mobile Gaming Bereich haben Titel wie Flappy Bird und Co. für Millionen Downloads gesorgt.

Haufenweise Mini-Spiele für zwischendurch

Den Frustfaktor von Flappy Bird brauche ich zwar nicht unbedingt, aber dennoch mag ich diese Art von Spielen, um einfach mal 10 Minuten abschalten zu können. Bei meiner „Suche“ stieß ich dabei auf die Seite Poki Spiele, welche eine Sammlung an derartigen Titeln anbietet.

Mit dem Spiel Bike Rivals habe ich dann tatsächlich mehr Zeit verbracht, als mir lieb ist. Das Spielprinzip ähnelt im Grundprinzip dem von Trails Evolution. Mit einem Motorrad muss man einen 2D Geschicklichkeits-Parcours absolvieren – natürlich auf Zeit. Simples Prinzip, macht aber durchaus Laune.

Schlecht gemacht sind diese Spiele auf keinen Fall und bieten teilweise recht innovative Spielideen – da könnten sich so manche Triple A Titel ruhig mal eine Scheibe von abschneiden.

bike-rivals

Wer also auf der Suche nach derartigen Mini-Spielen ist, kann sich also ruhig mal auf der Seite umschauen. Da dürfte sicherlich für jeden was dabei sein.

Ich schaue dort jedenfalls öfter mal vorbei in Zukunft.

Steam – 10 ausgesuchte Spiele kostenlos dieses Wochenende

Steam startet dieses Wochenende eine recht einmalige Aktion, die unter Umständen die Wochenend-Planung des ein oder anderen zerstören könnte. In der Vergangenheit konnte man auf Steam bereits einige Spiele über ein Wochenende hinweg kostenlos anspielen- in erster Linie Mulitplayer Titel. Steam geht diesmal noch einen Schritt weiter, denn bei der morgen startenden Aktion werden direkt 10 Titel kostenlos spielbar sei. Von Freitag bis Montag kann man ohne Einschränkungen zocken und wer schnell genug ist kann sicherlich das ein oder andere Spiel sogar durchspielen. Anders als bei Demos gibt es bei den Spielen keine Einschränkung, sondern man erhält vollen Zugriff auf das komplette Spiel.

Wie man es nicht anders von Steam kennt werden die teilnehmenden Spiele mit einem Rabatt versehen. Bei den 10 Spielen handelt es sich teilweise um hochkarätige Titel.

Ein Blick lohnt sich auf jeden Fall:

 

  • Awesomenauts
  • Blade Symphony
  • Company of Heroes 2
  • Don’t Starve
  • Grid 2
  • Injustice
  • Killing Floor
  • Payday 2
  • Trine 2
  • XCOM: Enemy Unknown

 

Landen auf Planetenoberfläche – Star Citizen macht es möglich

Letztes Wochenende von erstmalig die sogenannte CitizenCon stattt. auf welcher Chris Roberts und seine Firma Cloud Imperium ein neues Modul für Star Citizen vorgestellt haben. Das ambitionierte Spiel hält auch weiterhin den Rekord für die höchsten Einnahmen über Crowdfunding für ein Videospiel. Über 50 Millionen US-Dollar haben Fans mittlerweile für das Spiel gezahlt und es werden immer und immer wieder neue sogenannte Stretch Goals hinzugefügt – bei jeder eingenommen Million Dollar wird eine weitere Funktion oder neue Schiffe dem Spiel hinzugefügt. Cloud Imperium beherrscht das System perfekt Leute auch weiterhin zum Zahlen zu animieren.

Auf der CitizenCon wurde erstmal das Planetside Modul vorgestellt, bei der Spieler auf dem Planeten landen kann und ein wenig auf der Basis bzw. in der Stadt spazieren kann. Seitdem es Spiele wie Elite gibt, welches als Pionierarbeit leistete in diesem Genre, wünschen sich Spieler die Möglichkeit selbstständig auf Planetenoberflächen landen zu können. Zwar gab es sowas im Ansatz bereits, aber meistens war dies mit einer längeren Ladezeit oder Cutscene verbunden, in der man die Steuerung nicht übernommen konnte.

starcitizen2

In Star Citizen soll es wohl möglich sein auf Planeten selbständig landen zu können – auf Wunsch mit oder ohne Autopilot.

Im Video sieht man sehr gut, wie detailreich die gezeigte Stadt ist. Chris Roberts und sein Team scheinen die Wünsche der Fans wirklich zu verstehen. Es soll außerdem möglich sein auf den Planeten bzw. in den Raumhäfen und Städten spazieren zu gehen. Laut Roberts sollen sich die Städte im Laufe der Zeit auch verändern können. Als konkretes Beispiel nannte er die Kriminalität: steigt die Kriminalitätsrate auf einem Planeten erkennt man dies deutlich an der Umgebung, da beispielsweise Graffiti an den Wänden zu sehen sein sollen. Alles in allem wirkt die im Video vorgestellte Präsentation beeindruckend, jedoch wird es noch eine Weile dauern bis Backer Zugang zu diesem Modul erhalten, da es sich noch in der Entwicklung befindet.
[youtube link=“https://www.youtube.com/watch?v=o-xvCg8CI9U&src_vid=8gGLE3USB2U&feature=iv&annotation_id=annotation_3862924261″ width=“590″ height=“315″]

 

Übernimmt sich Cloud Imperium?

Zwar knackt Star Citizen trotz der erreichten 50 Millionen US-Dollar auch weiterhin beinahe wöchentlich weitere Millionenmarken, aber so langsam kommen zumindest in der Fachpresse Zweifel daran auf, ob Cloud Imperium sich nicht mit Star Citizen mittlerweile übernimmt. Ständig gibt es neue Stretch Goals, die neue Funktionen ins Spiel integrieren sollen oder neue Raumschiffe integrieren sollen. Schaut man sich einmal die bereits finanzierten Stretch Goals und die „Grundfunktionen“ des Spiels an merkt man sehr schnell, das bei Star Citizen nicht gekleckert, sondern geklotzt wird.

Auch wenn Zweifel sicherlich angebracht sind mittlerweile hat Star Citizen dennoch das Potential gleich mehrere Genres gleichzeitig zu revolutionieren. Ich persönlich würde mich sehr darüber freuen, wenn dem Team ein Hit gelingt mit dem Spiel. Dennoch denke ich, dass es noch sehr lange dauern wird, bis man endlich das fertige Produkt in den Händen hat und den Weltraum unsicher machen kann.  Bis dahin werden sicherlich noch unzählige weitere Stretch Goals erreicht werden. Der Druck und die Erwartungen der Fans sind extrem hoch gegenüber Star Citizen – bleibt abzuwarten, ob das Spiel wirklich dem Hype gerecht wird.

Der ultimative Gaming Monitor? Eizo Foris FG2421

In letzter Zeit wurde ich häufiger einmal gefragt, was für eine Art Monitor denn für einen Gamer geeignet ist. Meistens landet man bei den Empfehlungen dann bei der 200 Euro Kategorie, die in erster Linie gar nicht für das Gaming konzipiert sind, sondern eher für den allgemeinen Alltag gedacht sind. Die Monitore unterscheiden sich dabei meist nur in Ergonomie und Funktionalität oder eher unnötigen Extras wie 3D-Funktion (übere letzte Funktion lässt sich natürlich streiten und ist rein subjektiv). Ohne Frage, die eben angesprochene Art von Monitoren ist in den meisten Fällen mehr als ausreichend und halbwegs preisgünstig. Auf ausschließlich fürs Gaming entwickelte Bildschirme trifft man allerdings eher selten bis gar nicht, was aber auch am relativ hohem Preis liegt.

Beim Stöbern auf Amazon fand ich dann ein recht interessantes Modell, welches nur für einen Zweck entwickelt worden ist: ambitioniertes Gaming. Dabei handelt es sich um den Eizo Foris FG2421 (23,5 Zoll LCD-Monitor)

Premium für Gamer?

Gekauft habe ich das Gerät natürlich nicht, da mir der Preis von rund 400 Euro für einen 24 Zoll Monitor dann doch etwas zu happig ist. Allerdings habe ich mich gefragt, was denn an diesem Monitor bitte so teuer sein soll. Als erstes fiel mir dabei ein Gimmick auf – ein Griff an der Rückseite des Monitors soll dafür sorgen, dass man das Gerät einfacher zu LAN-Parties transportieren kann. Zugegeben, da hat sich jemand Gedanken gemacht.

Bis auf die Hintergrundbeleuchtung und den Tragegriff ist beim dem Gerät ansonsten alles eher schlicht und funktional angeordnet. Der Standfuß ist um 344°C drehbar, was ich so bisher noch nicht gesehen habe.

Die wirkliche Stärken des Eizo Foris FG2421 liegen aber ohnehin im Inneren des Bildschirmes. Eine Bildwiederholrate von 120hz ist an und für sich ja nichts besonderes mehr bei Monitoren, sowas beugt der Bewegungsunschärfe vor. Das besondere an dem Monitor ist aber, dass es der weltweit erste Monitor mit 240hz Bildwiederholrate ist. Das 120 hz Signal wird dabei gepulst und verdoppelt. Die Latenzzeit beträgt dabei 1,5 Frames und sorgt für flüssige und scharfe Bilder ohne Einschränkungen.

Verwendet wird ein Hochkontrast VA-LCD (24 Zoll) mit einem nativem Kontrast von 5.000:1, womit es laut Hersteller einfacher sein soll beispielsweise Gegner u.ä. auch in dunklen Umgebungen einfacher zu sichten.  Der Eizo hat außerdem noch einen Umgebungslichtsensor und passt die Helligkeit des Bildes auf Wunsch automatisch an – ziemlich interessantes Feature finde ich.

Ein anderes witziges Feature ist die Zusammenarbeit mit e-Sport Profis, welche für diverse Spiele anscheinend optimale Einstellungen für den Bildschirm als Profil angelegt haben (Kontrast, Farbe, usw..). Diese Profile kann man dann per Tastendruck abrufen oder selbst Profile für Spiele erstellen. Witziges Feature, aber wohl eher zu ambitioniert und in der Praxis nutzlos.

Hat man das nötige Kleingeld in der Tasche erhält man mit diesem Gerät wohl einen Premium-Monitore der Gamer wirklich wunschlos glücklich macht. Aber ich frage mich allerdings, wer wirklich 400 Euro für einen 24 Zoll Monitor ausgeben möchte?  Technisch betrachtet ist das Gerät sicherlich äußerst interessant, aber ich persönlich passe glaube ich.

Ich bin zufrieden mit meinen Allround-Monitoren und daran wird sich wohl auch so schnell nichts ändern.  Zum Abschluss noch das passende Video zu dem Monitor